Törntag 63: Die letzte Etappe unseres Törns nach Calheta

Steffi hat am frühen Morgen abgemustert. Michael Jägers war so nett und hat Steffi um 8 Uhr an der Marina abgeholt und zum Flughafen gefahren. Wirklich nett und natürlich auch sehr praktisch 🙂 – vielen Dank!

Vor dem Ablegen mussten wir noch unsere einbehaltenen Bootspapiere vom Marine Office abholen und bezahlen. Das gestaltete sich allerdings äußerst schwierig, da das Marian Office den ganze Sonntag geschlossen ist. Der wirklich bemühte Hafenmitarbeiter Marco war sehr nett und hilfsbereit, wir konnten bei ihm auch noch unsere Dieseltanks auffüllen, allerdings hatte er keinen Schlüssel, um an unser Flaggenzertifikat zu kommen. Die einzige Möglichkeit wäre um 16 Uhr gewesen, aber da wollten wir eigentlich schon in Calheta sein. Da wir aber zumindest noch eine Kopie in unseren Unterlagen haben, haben wir uns entschlossen, trotzdem schon nach Calheta aufzubrechen und die Originalpapiere in den nächsten Tagen abzuholen. Nach Funchal wollen wir sowieso nochmal.

Bei schönstem Sonnenschein ging es dann auf nach Calheta, die letzten 15 Seemeilen unseres dreimonatigen Urlaubs. Etwas Wehmut kam bei mir schon auf. Wir haben viele unvergessliche Momente erlebt, tolle Leute getroffen und wurden immer und überall freundlich aufgenommen. Aber damit ist es auch erstmal gut, ein abschließendes Fazit schreibe ich vielleicht nochmal gesondert. Wir liegen nun sicher im Hafen und haben für die kommenden 12 Monate unseren Liegeplatz. Es werden nun sicher viele Gelegenheiten folgen, um hier Zeit zu verbringen und Madeira intensiver kennenzulernen. Darauf freue ich mich!

Rudi wird uns bereits morgen früh verlassen, er muss leider schon etwas früher in den Arbeitsalltag zurückkehren. Michi, Dani und ich haben zwar für kommenden Sonntag schon einen Flug online gebucht, aber noch keine Flugbestätigung. So wie es scheint, bekommen wir eine Ersatzvariante angeboten. Eine entsprechende Bestätigung soll in den nächsten 24 Stunden per Mail kommen. Noch bin ich etwas skeptisch, mal sehen.

Zum vorläufigen Abschluss gibt es in der Bildergalerie noch ein Foto von meinem jetzigen “Arbeitsplatz”, an dem ich gerade den Blog schreibe. Ich sitze in der Strandbar und gönne mir Weißwein, Wasser und als Knabberei nebenher das typische regionale Knoblauchbrot “Bolo do Caco” und ein Schälchen mit “Tremoços” (Lupinenbohnen).

Törntag 62: Hafentag Funchal

Wir haben uns heute mit dem Bruder von Martin Jägers – einem guten Freund seit Jugendtagen – getroffen, der seit einigen Jahren direkt in Funchal lebt. Michael (nicht zu verwechseln mit unserem Michi) und seine Frau Jacinta waren so nett, sich die Zeit zu nehmen und uns ab dem frühen Nachmittag einen tollen und nicht ganz selbstverständlichen Eindruck von Funchal zu vermitteln. Es war wirklich klasse, von “Einheimischen” an die Hand genommen zu werden. Wir wissen jetzt für die kommende Zeit schon mal, wo es sehr gute Crêpes gibt, zu denen auch eine Flasche Vinho Verde (Green Wine) sehr gut passt, und kennen nun auch noch ein sehr gutes italienisches Restaurant mit schöner Aussicht aufs Meer und hervorragender Pizza. Auch haben uns die beiden in ihr schönes Haus eingeladen, mit Blick auf den Atlantik und im speziellen auch auf den Hafen und unsere dort liegende Southern Chancer. In direkter Umgebung haben wir auch noch einen Orchideengarten besucht.

Insgesamt war das für uns ein sehr schöner Tag in Funchal. Bis in die späte Nacht gab es dann wieder die Musikbeschallung vom Summer Opening Festival. Für Steffi war das vorerst der letzte Tag auf Madeira, ihr Flieger geht morgen früh um 10 Uhr.

Törntag 60/61: Funchal und Suche Langzeitliegeplatz

Am Donnerstag haben wir uns etwas die Innenstadt von Funchal angesehen. Eine wirklich sehenswerte Stadt! Zwischendurch mal eine kurze Pause mit einem Krug frischen weißen Sangria und weiter gehts. Besonders gefallen hat uns die alte Markthalle „Mercado dos Labradores“. Hier gibt es eine reiche Auswahl an Obst, Gemüse, Gewürzen, Korkwaren und morgens auch einen großen Fischmarkt.

Danis Flug von Frankfurt über Lissabon gestaltete sich schwierig. Statt Ankunft am Nachmittag konnte Michi sie erst gegen 2 Uhr nachts am Flughafen in Funchal abholen. Herzlich Willkommen an Bord!

Der Freitag stand ganz im Zeichen der Suche nach einem Langzeitliegeplatz für unsere Southern Chancer für ein Jahr. Auf unserer Liste hatten wir einerseits den „Abstellplatz“ an Land unter der Flughafenlandebahn, andererseits den Hafen Quinta do Lorde im Nordosten der Insel und gleich daneben Machico. Zu guter Letzt fuhren wir mit unserem Mietwagen auch noch in den Südwesten der Insel nach Calheta. Hier überzeugte uns sowohl der Hafen mit seinem Umfeld als auch der Preis des Liegeplatzes. Hier werden wir also das kommende Jahr verbringen. Vielen Dank an dieser Stelle an Martin Jägers und seinen Bruder, die die Häfen schon vor einem halben Jahr für uns ausgekundschaftet hatten.

Am Abend und die halbe Nacht hatten wir dann Livemusik, denn in direkter Hafennähe findet dieses Wochenende das Summer Opening Festival statt. Für meinen Geschmack war die Musik zum Großteil (es gab mehrere Gruppen) zu “modern”, unserer Tochter Annika hätte sie auf jeden Fall sehr gut gefallen.

Törntag 60: Nächstes Ziel Madeira!

Nachdem wir unsere Rechnung im Hafenbüro bezahlt hatten, legten wir um 10 Uhr ab, mit Ziel Madeira. Bis Funchal, der Hauptstadt, sind es etwa 40 Seemeilen, mit vorhergesagtem kräftigen Wind mit 4-5 Beaufort, allerdings passend aus achterlichen Richtungen. Das sollte machbar sein.

Als ersten Stopp auf Madeira liefen wir Machico an, es liegt praktisch sowieso auf dem Weg nach Funchal. Wir suchen ja immer noch nach einem langfristigen Liegeplatz für unsere Southern Chancer. Auf Porto Santo wäre im besten Fall ein Landliegeplatz im Boat Yard möglich gewesen. Eine Liegeplatz im Wasser ist nur möglich, wenn dauerhaft mindestens eine Person an Bord ist. Das ist schwer machbar für uns. In Machico hatten wir uns für die Nacht schon einen Liegeplatz auserkoren, allerdings wurden wir während des Anlegemanövers darauf hingewiesen, dass der Hafen voll sei und wir keine Liegemöglichkeit hier hätten. Also ging es doch gleich weiter nach Funchal. Hier hatten wir uns tagsüber schon mal telefonisch angekündigt. Bei Ankunft war das mit dem Liegeplatz dann aber doch nicht so ganz einfach, wir durften über Nacht an einem Segler einer Naturschutzinitiative festmachen, mussten aber hoch und heilig versprechen, dass wir früh am Morgen umverlegen, da die Naturschützer um 9 Uhr ablegen wollen. Zum Abschluss des Tages und sozusagen als Begrüßung an unserem selbst gesteckten Ziel Madeira machten wir noch einen kleinen Spaziergang an der Hafenpromenade und einen Besuch beim Italiener.

Morgen wird Michis Freundin Dani zu uns stoßen, wir freuen uns schon. In den kommenden Tagen werden wir dann erst mal damit beschäftigt sein, für unsere Southern den gewünschten Langzeitliegeplatz zu finden. Notfalls müssen wir sie an Land stellen. Besonders geeignet ist hier ein Platz unter der Flughafenlandebahn, der als geschütztes Landlager für Yachten dient.

Törntag 59: Hafentag Porto Santo

Am Nachmittag haben Rudi, Steffi und ich per Taxi die Insel erkundet, um mehr kennenzulernen als nur den etwas abgelegenen Hafen, Strand und die Meile um den Marktplatz. Den Taxifahrer kannten wir schon vom Vorabend, er hatte uns wieder zur Marina zurückgefahren. Michi war den Tag über mit einem geliehenen Roller auf eigene Faust unterwegs.

Es war auf jeden Fall die richtige Entscheidung, noch etwas Sightseeing zu machen, wir hätten sonst von Porto Santo doch ein falsches und etwas tristes Bild gehabt. Besonders die Südwestspitze Calheta und die atemberaubende Aussicht von verschiedenen hochgelegenen Aussichtsplätzen waren wirklich sehenswert. 

Für den Abend hatte Michi für uns im etwas abgelegenen Restaurant „Agenda das Levadas“ einen Tisch reserviert. Es gab sogar einen besonderen Service: der Besitzer holte uns von der Marina ab und fuhr uns nach dem Abendessen auch wieder kostenlos zurück. Für uns drei Männer gab es endlich mal wieder Fleisch satt. Ungefähr einen Meter große Fleischspieße, die noch brutzelnd am Tisch in speziellen Halterungen angebracht werden, dazu noch Beilagen nach Wunsch – eine regionale Spezialität.

Törntag 54-58: Überfahrt nach Porto Santo

Nachdem wir nun Donnerstag bis Montag auf dem Atlantik unterwegs waren und keine Möglichkeit hatten, den Blog zu schreiben, gibt es nun die Zusammenfassung am Stück, nach Tagen aufgeteilt. Soviel vorab: wir sind heute am Montagmittag gut in Porto Santo angekommen. Es war eine schöne Überfahrt, allerdings gab es unterwegs auch wenig Highlights. Das Wetter war jedenfalls freundlich zu uns, dafür sind wir schon mal dankbar.

Tag/Nacht 1: Nach dem Ablegen mussten wir noch einen kurzen Zwischenstopp in der Marina Belém zum Tanken einlegen. Wir wollen für die Überfahrt nach Porto Santo – übrigens unsere längste Etappe am Stück – auf jeden Fall volle Dieseltanks haben.

Während die Einfahrt in den Rio Tejo vor drei Tagen recht ruppig war, hatten wir diesmal herrliches sonniges Wetter. In der Mündung lagen unzählige Angelboote, anscheinend nutzten auch die Einheimischen das tolle Wetter. Kurz danach konnten wir auch gleich Genua und Besansegel setzen. Mit guten 15-20 Knoten Wind und um die 6 Knoten Fahrt ging es auf den Atlantik raus. Schätzungsweise 5 Tage und Nächte werden wir jetzt unterwegs sein.

Tag/Nacht 2: In der Nacht gegen 2 Uhr ließ der Wind dann soweit nach, dass wir den ganzen zweiten Tag motoren mussten. Durch die anfangs noch relativ hohen Atlantikwellen gierte die Southern sehr, sodass uns das Schlafen in den Schichtpausen schwerfiel. Michi zauberte uns am Vormittag ein deftiges Frühstück mit Bratkartoffeln, Bohnen und Würstchen – lecker. Ansonsten ist hier draußen kaum was los. Jeder Frachter, der unseren Weg kreuzt, ist schon ein Highlight. Wir sind aber auch endlich die etwas nervigen Fischerbojen los – klar, denn die Meerestiefe beträgt hier über 5.000 Meter, darunter gibt es selbst auf unseren elektronischen Seekarten keine Tiefenangabe mehr. Am Abend haben wir ein Drittel unserer Strecke bis Porto Santo geschafft.

Tag/Nacht 3: In der Nacht konnten wir wieder Segel setzen. Windrichtung und -stärke reichten zwar noch nicht für ein tolles Segelerlebnis, aber zusammen mit Motorunterstützung kamen wir sehr flott voran. Und durch den stabilisierenden Segeldruck waren diesmal auch unsere Nachtruhezeiten angenehmer. Tagsüber hatten wir super Wind zwischen 10 und 20 Knoten, ein toller Segeltag. Der Motor hatte Erholungspause. Als Tagesessen gab es heute einen leckeren Salat mit Schafskäse und wer wollte auch mit Schinken. Gegen Mittag haben wir mit einem Schluck Portwein „Bergfest“ gefeiert, die Hälfte der Strecke ist geschafft!

Tag/Nacht 4: Die restlichen Seemeilen bis Porto Santo schmelzen immer weiter dahin. Mit die aufregendsten Ereignisse an Bord sind das Unterschreiten von Rest-Seemeilenmarken, unter 200, unter 100, unter 50. Ansonsten ist der Tagesablauf recht unspektakulär. Einteilung in drei-Stunden-Wachen, zwischendurch irgendwann die Tagesmahlzeit, diesmal Gemüsenudeln mit oder ohne Speck. Einzelne Frachter in mehreren Seemeilen Entfernung sind willkommene Abwechslung. Am Montagmorgen taucht die Silhouette von Porto Santo am Horizont auf. Land in Sicht! Am frühen Nachmittag erreichen wir den Hafen. Hier werden wir erst mal zwei Nächte Pause machen und uns auch ein Bild von der Insel machen. Wie sich nach dem Besuch beim Hafenmeister herausgestellt hat, ist es aber nicht der passende Langzeitliegeplatz für die kommenden 1-2 Jahre. Dafür müsste mindestens immer eine Person von uns an Bord bleiben. Das wird wohl nichts. Notlösung wäre hier ein Landliegeplatz, aber wir schauen erst mal nach Madeira direkt weiter.

Törntag 52/53: Hafentage Lissabon

Steffis Flug nach Lissabon (Zwischenstopp Barcelona) gestaltete sich etwas schwierig. Die Ankunft war Montagabend geplant, jedoch startete der Flieger in Nürnberg wegen Gewitter in Barcelona schon so verspätetet, dass es dort keinen Anschlussflug nach Lissabon mehr gab und sie am Flughafen in Barcelona übernachten musste. Am Dienstagfrüh war es dann soweit, ich holte Steffi an der Metrostation “Cais de Sodro” ab. Willkommen an Bord!

Am Nachmittag machten wir alle gemeinsam etwas Sightseeing in Lissabon. Zuerst besichtigten wir im Stadtteil Belém das Entdeckerdenkmal der portugiesischen Seefahrer, den Torre de Belém, und die Klosterkirche Mosteiro dos Jerónimos mit dem Ehrengrab von Vasco da Gama. Anschließend ging es in die Altstadt, u. a. zum Elevador de Stanta Justa, der die Unterstadt mit der Oberstadt verbindet. Erbaut wurde er von einem Schüler Gustave Eiffels. Den Abend ließen wir im Stadtteil Bairro Alto ausklingen, bevor es wieder zurück zur Southern ging.

Den Mittwoch nutzten wir für einen großen Lebensmitteleinkauf, etwas Bastelarbeiten am Schiff und verbrachten den Abend dann mit einem schönen Abendessen in der Nähe des Hafens im Restaurant “Alcântara 50”. Das Restaurant hatte ich zuvor im Internet herausgesucht, tolles Ambiente, sehr gutes bodenständiges Essen und ein sehr netter und gesprächiger Besitzer. Mal wieder eine klare Empfehlung.

Als Nächstes haben wir die lange Atlantiketappe nach Madeira vor uns, knapp 500 Seemeilen am Stück. Wir werden am Donnerstagvormittag losmachen, nun zu viert, Steffi wird diesen Abschnitt mit an Bord sein. Damit gibt es die nächsten schätzungsweise 6 Tage auch keine Möglichkeit, Zwischenberichte in den Blog zu stellen. Auf der Biskaya hatte ich ja Steffi per Satellitentelefon kurze Berichte geschickt und sie hatte diese dann online gestellt. Auch auf marinetraffic.com wird unser Standort zwischendurch nicht aktualisiert werden, da wir außer Landfunkreichweite sind. Also keine Sorge, wenn sich hier ein paar Tage nichts tut. Neuigkeiten gibt es dann wieder, wenn wir auf Madeira bzw. auf der vorgelagerten Insel Porto Santo sind. Bis dahin…

Törntag 49-51: Nächstes Ziel Lissabon

Am Samstagmorgen haben sich Lydia und Joe von uns verabschiedet. Sie werden noch einige Tage in Porto bleiben und dann etwas ins Landesinnere weiterreisen. Danke nochmal an euch beide, es war eine tolle Zeit mit euch. Für uns war es eine willkommene Abwechslung, den Tag über fast nur Englisch zu reden. Es war nicht immer ganz einfach, die richtigen englischen Wörter zu finden, aber irgendwie haben wir es dann doch immer geschafft. Wir sind auch ein wenig stolz, dass euch die Tage so gut gefallen haben. Wir bleiben in Kontakt!

Die 180 Seemeilen bis Lissabon haben wir uns auf zwei Tage (und Nächte) aufgeteilt. Kurz nach Nazaré haben wir uns die Bucht São Martinho do Porto für einen Tagesankerstop ausgesucht. Die Bucht hat mich schon beim Durchblättern unseres Törnführers begeistert. Eine fast kreisrunde Sandstrandbucht, die zur Meerseite hin, bis auf eine natürliche Öffnung in der Mitte, von felsigen Bergen umschlossen ist. Gegen Mittag haben wir in der Bucht den Anker fallen lassen und den Nachmittag mit Baden, einem Landausflug mit unserem Dinghi und einem gemütlichen Abendessen an Bord verbracht. Um 19 Uhr ging es dann weiter Richtung Lissabon.

Während der Nachtfahrt hatten wir heute einen sehr klaren Sternenhimmel, dazu noch die passende Musik, einfach schön. Unser Radar erweist sich auch als sehr nützlich. Während bei uns jedes berufsmäßige Boot mit AIS ausgestattet ist, sind hier die Fischerboote größtenteils ohne AIS unterwegs. Da ist es doch gut, wenn man Radar hat. Die ausgelegten Fischerbojen werden nachts immer mehr zum Glücksspiel. Während wir tagsüber natürlich ausweichen, sind wir hier nachts praktisch im Blindflug unterwegs. Wir sind froh, dass sich bisher noch nichts in unserer Schraube verfangen hat. 

Anspruchsvoll war ab Mittag die Anfahrt nach Lissabon. Dazu mussten wir den Rio Tejo stromaufwärts fahren. Nachdem wir in der Nacht schneller als erwartet waren, war die Ebbe noch nicht ganz vorbei. Wir mussten also mit etwas Gegenstrom rechnen. Allerdings hatten wir Wind und Wellen im Rücken. Der Rio Tejo zeigte sich bis zu unserer Hafeneinfahrt daher auch recht aufgewühlt. Letztendlich sind wir aber gut und sicher in der Marina Doca de Alcantara angekommen. Steffi wird hier wieder für einige Tage zu uns stoßen, aufgrund von Flugverspätungen aber wohl erst morgen früh. 

Törntag 48: Hafentag Porto

Am vergangenen Abend wurden wir zum Dankeschön von Lydia und Joe bekocht.  Wir haben die Kombüse zur Verfügung gestellt, den Rest haben die beiden erledigt. Es war eine sehr gute Idee und ein sehr gutes Essen, danke dafür! Dazu haben wir spontan auch Martin von der Segelyacht Jambo eingeladen, den wir tagsüber im Hafen getroffen hatten und wir kannten uns ja praktisch schon von der vergangenen Nacht übers AIS. Martin ist zur Zeit Einhandsegler (segelt alleine) und hatte allerhand zu erzählen. Langeweile kommt bei Martin trotzdem nicht an Bord auf, er hat seinen eigenen YouTube-Kanal. Wer Interesse hat, einfach auf YouTube nach „M Jambo“ suchen.

Den ganzen Freitag haben wir mit Lydia und Joe zusammen in Porto verbracht. Für 17 Uhr hatten wir eine Portweinprobe bei Churchills reserviert, bis dahin haben wir den Tag in der Altstadt von Porto verbracht. In die Innenstadt sind wir mit dem öffentlichen Bus gefahren, die Fahrkarten konnten wir ganz unkompliziert im Bus lösen. Porto liegt ja perfekt auf unserer Route und stand schon deshalb auf unserem Törnplan. Die Stadt hat uns dann aber auch wirklich überzeugt, Porto ist schon alleine eine Reise wert. Tolle Architektur, angenehme Cafés, aber auch liebenswerte Gässchen. Das Ganze noch verbunden mit der schönen Lage am Rio Douro, einfach perfekt. Natürlich darf Portwein auch nicht fehlen, auf der einen Stadtseite reiht sich ein Portweinhaus ans andere. Porto hat einfach Flair!

Nach unserer gebuchten Portweinprobe und der Führung durchs das Portweingut Churchills sind wir dann die drei Kilometer zu unserem Hafen zurückgelaufen. Ein gelungener Tag!

Törntag 46/47: Baiona bis Porto

Wir haben unseren letzten Abend in Baiona zusammen mit Lydia und Joe aus London verbracht, die wir am Abend zuvor kennengelernt hatten. Es war in gewisser Weise auch ein Abschiedsbesuch bei Miguel in der „Taberna A de Sabas“. Hier haben wir vor dem Lokal bei wirklich gutem Wetter sehr schöne Abende mit spanischer Livemusik und Gesang verbracht. Nichts Gekünsteltes, keine vorbereiteten Lieder, Miguel oder andere Gäste greifen einfach zur Gitarre und die Gäste singen mit. Für uns war das Spanien pur. Bei den vielen spanischen Texten waren wir allerdings klar im Nachteil, dafür gab es von uns auch zwei Lieder auf Deutsch, Miguel begleitete spontan auf der Gitarre. Verabschiedet haben wir uns mit einem Southern-Chancer-Wimpel, der gleich direkt über dem Tresen aufgehängt wurde. Hier würden wir gerne nochmal herkommen. Danke an Miguel. „Gracias“ an alle, die wir hier kennengelernt haben und die uns so freundlich aufgenommen haben.

An diesem Abend haben wir Lydia und Joe angeboten, dass wir sie auf unserer Southern gerne auch mit nach Porto nehmen könnten. Die Möglichkeit haben sie,  ohne groß zu überlegen, auch gleich angenommen. Sie reisen seit 4 Monaten (Lydia seit 2) durch Europa und planen immer nur maximal für 3 Tage. Porto stand sowieso auf ihrem Reiseprogramm. Joe ist „Carpenter“, also Schreiner – da werden wir doch an Bord was Passendes finden :-).

Wir haben gegen 13 Uhr abgelegt, diesmal zu fünft und erstmals bei etwas Nebel. Anlasser und Motor funktionierten gleich ohne Probleme. Der Nebel hat sich 2-3 Stunden später verzogen, alles in allem war es ein sehr schöner Tag auf dem Atlantik. Allerdings gänzlich ohne Wind und das bisschen, das wir hatten, kam auch noch aus der Gegenrichtung. Es war klar, dass wir die Nacht durchfahren, daher gab es wieder unser übliches Wachsystem. Lydia und Joe waren allerdings davon ausgenommen. Pünktlich zum Sonnenuntergang begleiteten uns für eine Zeit auch wieder an die zehn Delfine, ein Schauspiel für unsere Gäste… schön, dass sie das erleben konnten.

Es war eine sehr schöne Nachtfahrt, nur die vielen Fischerbojen waren etwas nervig. Mitten in der Nacht kamen auch plötzlich an die 20 Fischerboote in Sicht, die uns entgegenkamen. Sie versammelten sich dann weiter draußen, waren also kein Problem für uns. Dennoch war es interessant auf unserem AIS anzusehen, zumal eine Yacht namens „Jambo“ noch kurz davor den Weg kreuzte. Alle Achtung!

Nach einem kurzen Aufenthalt in Leixöes –  hier gab es nicht wirklich einen guten Platz für uns und es hat uns einfach nicht gefallen, ein Hafen mit Industrie- und Containerflair – haben wir uns entschieden, doch noch direkt 5 Seemeilen nach Porto in die Mündung des Flusses Rio Douro weiterzufahren. Eine gute Entscheidung. Sehr schöner Hafen. Übrigens ging es Martin von der Segelyacht Jambo genauso. Wir haben ihn dann in der Douro Marina getroffen.