Rund Fünen – 20. Tag (Letzter Eintrag)

Heute steht der Aufräum- und Putztag an. Es dauert, bis so ziemlich alles wieder in den beiden Autos verstaut ist. Jede(r) hat gut zu tun.

Am Abend gibt’s noch ein Abschlussessen mit Försters beim Italiener, sehr lecker. Die komplette Crew hat Lust auf Pizza, unsere erste in den drei Wochen. Einen Absacker trinken wir danach noch auf dem kleinen Hafenfest des Fischereivereins. Sehr gemütlich. Morgen früh geht’s dann zurück nach Erlangen.

Schlusswort:

Es waren sehr schöne drei Wochen. Das Wetter war meistens auf unserer Seite. Nur einmal sind wir während des Segelns richtig in den Regen gekommen. Der Wind war meistens kräftig.

Unser Ziel, Fünen zu umrunden, haben wir geschafft. Trotz des Rückschlags mit dem Getriebeflansch. Es war sozusagen unser persönlicher und sehr beeindruckender Drei-Brücken-Törn (Kleiner-Belt-Brücke, Großer-Belt-Brücke, Svendborgbrücke).

Danke an dieser Stelle an meine tolle Crew!

Handbreit!

Thomas (TomTom)

Hier noch ein paar zusammengefasste Eindrücke:


Flensburg


Assens


Assens


Abendstimmung


Kleiner-Belt-Brücke


Einfach mal Segeln


Sauerbraten


Nochmal einfach mal Segeln


Großer-Belt-Brücke


Svendborgbrücke


Mommark


Flensburg

Rund Fünen -19. Tag (Ziel Flensburg)

Unser letzter Törntag ist angebrochen. Es steht noch das letzte Stück von Høruphavn bis Flensburg an, also die Förde zurück.

Vor dem Ablegen haben wir noch schnell Diesel getankt, dann ist das zumindest schon erledigt. Der Wind kommt relativ ungünstig aus westlicher Richtung, es ist also Kreuzen angesagt. Teilweise sind wir die Strecke dann auch unter Motor gefahren. Irgendwie war heute wirklich viel auf der Förde los. Vor Holnis sind uns viele Yachten entgegenkommen, so dass wir zwecks Vorfahrtsregeln dann doch wieder Segel gesetzt haben.

Ab Holnis haben wir dann das Stück bis Flensburg sogar komplett unter Segeln geschafft.

Für Samstag steht dann Packen und das große Reinemachen an. Zuvor haben die Männer allerdings den Abend noch in der Kneipe Lord Nelson bei Seemannsliedern ausklingen lassen. Schöner Abschluss.

Rund Fünen – 18. Tag (Ziel Høruphavn)

Für heute haben wir uns den Schlag zurück in die Flensburger Außenförde vorgenommen, Høruphavn ist unser Ziel. Seit gestern Abend ist auch Franzi mit an Bord. Herzlich Willkommen!

Wir hatten heute die Wahl, die Halbinsel Als entweder im Süden zu umrunden (etwa 1/5 Stecke aber gegen den Wind) oder im Norden (4/5 mit dem Wind). Entschieden haben wir uns für untenrum. Die ersten zwei Stunden waren aber heftig, bei mir kamen Zweifel auf, ob es anders nicht einfacher und sinnvoller gewesen wäre. Aber ein Umdrehen lohnte sich nun auch nicht mehr. Franzi ging es nicht wirklich gut, vielleicht etwas heftig für ihren ersten Segeltag an Bord.

Gegen Ende hatten wir aber den Wind nochmal ganz passend, mit halbem (seitlichem) Wind fast 6 Knoten. Vor dem Hafen nur unter voller Genua sogar über 7 Knoten. Høruphavn bietet für Gastlieger viele Liegeplätze, auch längsseits. In direkter Nähe gibt es auch einen Supermarkt für die notwendige Versorgung.

Zum Abendessen haben Sven und Annika die schon vom letzten Jahr bekannten Spaghetti mit Scampi in Tomatensoße gemacht. Wieder sehr lecker, danke.

Rund Fünen – 17. Tag (Ziel Mommark)

Für heute hatten wir uns frühes Ablegen vorgenommen. Um 6 Uhr sind wir Männer aufgestanden und haben eine halbe Stunde später bereits abgelegt. Die Damen an Bord durften noch weiterschlafen. Im Gegensatz zu gestern gab es kaum Wind, sodass wir die ganze Strecke mit Motor gefahren sind. Schöner sonniger Morgen, unterwegs haben wir diesmal auch eine kleine Angelpause auf See eingelegt, leider ohne Erfolg. Gegen 9 Uhr haben wir schon in Mommark angelegt, nun war auch die restliche Mannschaft wach. Schöner Liegeplatz, netter Hafen mit sehr angenehmer Atmosphäre und einem wirklich schönen Strand, der den restlichen Tag von der weiblichen Crew genutzt wurde. Vom Wetter her war es wohl der schönste Tag unseres Urlaubs. Einfach toll und wir hatten an diesem Tag nun mal richtig viel Zeit.

Danke an Michi für den Hafentipp, uns hat es hier wirklich gut gefallen.

Rund Fünen – 16. Tag (Ziel Søby auf Æro)

Vor dem Ablegen haben wir heute noch den geplanten Stadtbummel durch Svendborg gemacht. Auf unserem Weg lag auch der alte Hafen mit den Traditionsschiffen. Wir haben dann noch Lebensmittel und vor allem Bier eingekauft, nachdem hier an Bord schon fast der Notstand ausgebrochen war.

Ziel ist für heute Søby auf Æro. Es geht durch die Svendborgsundbrücke und danach einen längeren Tonnenweg, den wir uns von Zeit zu Zeit auch mit überholenden und entgegenkommenden Fähren teilen müssen. Der Weg an sich war nicht lange, wir hatten aber fast ständig Wind, Wellen und Strom gegen uns. Æroskøping wäre leicht anzulaufen gewesen, aber den Hafen kannten wir ja schon vom letzten Jahr. Am Ende ein hartes Stück Arbeit.


Søby

Rund Fünen – 15. Tag (Ziel Svendborg)

Obwohl die Wetteraussichten mit Wind um 5-6 Beaufort mit möglichen Gewitterböen noch nicht wirklich rosig waren, haben wir uns für den Sprung nach Svendborg entschieden. Wir hatten nach zwei Liegetagen in Lohals einfach genug und wollten mal etwas Neues sehen.

Abgelegt haben wir um kurz vor 13 Uhr. Bald nach der Hafenausfahrt konnten wir auch die Segel setzen. Für etwa eine Stunde, dann haben wir auch die stark gerefften Segel wieder eingeholt und dafür unserem Getriebe eine neue Bewährungsmöglichkeit gegeben, die es perfekt gemeistert hat. Wieder mal gab es, zumindest in Böen, an die 40 Knoten Wind.

Im Stadthafen von Svendborg war leider kein Platz für uns, deswegen sind wir in die Marina ausgewichen. Kurzes Sightseeing haben wir uns für morgen Vormittag vorgenommen, danach wollen wir weiter.

Rund Fünen – 14. Tag (Liegetag Lohals)

Aufgrund der Windaussichten haben wir uns für heute einen Gammeltag im Hafen vorgenommen. Zumindest galt das am Ende für meine Familie und mich, nennen wir es mal Lesen und Bordarbeiten.

Sven hatte das Angebot bekommen mit einem Anglerboot an die Ostküste der Insel mit zu fahren. Da hatte er nicht lange überlegen müssen, Angelsachen und Rettungsweste gepackt und los gings. Ergebnis am Abend zwei selbst gefangene Fische. Glückwunsch, das war gleich ein Teil unseres Abendessens.

Tim hatte sich vorgenommen, mit dem Rad etwas den Südteil von Langeland zu erkunden. Am Ende wurden es knapp 110 Kilometer, sozusagen „Langeland in 7 Stunden per Damenfahrrad“, inklusive Langelandbrücke hin und zurück sowie einen Abstecher zum südlichsten Ort Bagenkop, reife Leistung.


Angelausflug

Rund Fünen – 13. Tag (Liegetag Lohals)

Wir haben uns wegen des starken Windes für einen Hafenliegetag entschieden. Nach den Wetterberichten kann es sogar sein, dass wir die Gastfreundschaft im Fischereihafen von Lohals noch etwas länger in Anspruch nehmen. Ich schreibe diesen Bericht gerade am Sonntagmorgen bei Windgeschwindigkeiten bis zu 42 Knoten, das entspricht Beaufort 9, da wollen wir nicht raus. Gerade kreuzt vor dem Hafen die Thor Heyerdahl, den Segler hatten wir auch schon im letzten Jahr im Kleinen Belt gesehen.

Gestern hatten wir den Tag für eine Inselerkundung per Fahrrad genutzt. Es stehen für Hafenlieger zehn Fahrräder zum kostenlosen Ausleihen zur Verfügung. Wer möchte kann sich sogar gegen Gebühr eines von drei Pedelecs ausleihen. Es gibt auch ein paar Kinderfahrräder. Toller Service.

Unsere Tour führte uns durch den Trollwald zum Nordstrand der Insel und dann weiter zu einem Leuchtturm an der Ostseite. Hier haben wir dann eine längere Pause gemacht und ab ca. 17 Uhr die Passage der Color Line Fantasy bis zur Durchfahrt durch die Großer-Belt-Brücke beobachtet. Sie fährt mit ihrem Schwesterschiff Magic täglich die Route Kiel-Oslo und zurück.

Zum Abendessen gab es dann selbstgemachte dänische HotDogs an Bord. Lecker.


Frischer Dorsch, geangelt von Sven


Der Trollwald


Regenunterstand am Radarturm

Rund Fünen – 12. Tag (Ziel Lohals auf Langeland)

Ostseesegeln ist irgendwie Segeln nach dem Wetterbericht. Für heute sind 3-4 Windstärken vorhergesagt, die Tage darauf 5-7, das ist uns dann zu viel, gerade bei der Motorungewissheit. Nachdem als Nächstes die Durchfahrt durch die Großer-Belt-Brücke ansteht, haben wir beschlossen, es lieber gleich heute zu versuchen, bevor der Wind heftiger wird. Der Wind und die Strömung stehen jedoch gegenan, kommen aus südlicher Richtung. Es wird sicher nicht einfach.

Zuerst stand aber unser Motortest an. Motor an, Vorwärtsschub, Rückwärtsschub – Klasse! Der Test ist wirklich gut verlaufen und stimmt uns hoffnungsvoll. Bis zur Großer-Belt-Brücke kamen wir mit dem Wind ganz gut klar. Die Anfahrt war schon beeindruckend, wenngleich das diesige Wetter auch nicht optimal für tolle Fotos war. Kurz vor der Brückendurchfahrt hatte Wind und Strom dann wieder deutlich zugenommen. Mein kurz zuvor gestecktes Ziel, nur unter Segeln durchzufahren, habe ich aufgegeben und den bereits mitlaufenden Motor genutzt. An Bord wurde geknipst wie wild, Handys, Fotokameras, alles was da war wurde gezückt. Richtig anstrengend wurde es, sobald wir unter der Brücke durch waren. Ich glaube es waren vier Wenden innerhalb kurzer Zeit, da durch das Verkehrstrennungsgebiet (sozusagen Schiffsautobahn für die Großschifffahrt) unser möglicher Weg begrenzt war. Durch den nordwärts setzenden Strom haben wir uns nur Stück für Stück von der Beltbrücke und ihren Pfeilern entfernt.

Wir haben uns dann gemeinsam dafür entschieden, statt Nyborg (da hätten wir zwar jetzt einen kurzen, aber dann noch einen längeren Weg in den nächsten Tagen gehabt) lieber gleich Lohals auf Langeland anzulaufen. Das bedeutete am Ende fünf Stunden Marschfahrt unter Motor gegen Wind und Wellen. Der Motor hat diesen Test mit Bravour bestanden! Mehr über Lohals dann morgen…wir sind auf jeden Fall froh, dass der Motor und das Getriebe gut laufen…

Rund Fünen – 11. Tag (Liegetag Kerteminde)

Wichtigste Aufgabe war heute erst einmal nach einer Lösung für unser Getriebeproblem zu suchen. Glücklicherweise ist Kerteminde ein großer Hafen und hat auch eine Motorenwerkstatt zu bieten. Am wichtigsten ist für uns eine neue Passfeder für den Flansch, leider ist aber unser benötigtes Teil nicht vorrätig. Die Mitarbeiter vom „Egmose Marine Center“ sind aber wirklich sehr hilfsbereit und bieten uns an, dass sie unser Teil schweißen und wieder passend zurechtschleifen. Gegen 16 Uhr war unser Teil fertig und sogar unser Flansch wurde mit repariert. Vielen Dank, wirklich guter Service! Sehr zu empfehlen.

Die Wartezeit haben wir für einen Besuch des Forschungs- und Erlebniscenters „FJORD & BÆLT“ genutzt, das direkt am Hafen liegt. Mit umgerechnet 20 Euro pro Person war der Eintritt zwar nicht ganz billig, aber es wird mehr geboten, als man von außen vermutet. Es hat sich wirklich gelohnt. Außerdem lag Tim der Besuch sehr am Herzen und er soll ja nicht nur den Motorraum sehen 😉, schaut euch einfach die Bilder an.

Danach haben wir für ein Schnitzel-Abendessen eingekauft. Sven hat mit Annika wieder für die ganze Mannschaft gekocht, eine Riesenportion und richtig lecker! Auch hier einfach das Foto ansehen.

Tim und ich haben danach noch bis ca. 1 Uhr die Getriebewelle repariert, teilweise unter lautem Gehämmer, um die Sicherungsscheibe an der Mutter umzubiegen. Damit sich das Ding auch wirklich nicht mehr löst, haben wir noch gut Loctite Schraubensicherungskleber dazugeben. Danach noch ein Abschlussbier, einmal duschen und dann gute Nacht. Den Motortest haben wir wegen der fortgeschrittenen Uhrzeit auf den nächsten Morgen verschoben. Ein großes Dankeschön an dieser Stelle auch an meinen Telefonjoker Michi, der uns von zuhause aus wieder mit Rat und Tat zur Seite stand.


Egmose Marine Center. Vielen Dank, ihr habt uns wirklich geholfen!


Repariert!


Schnitzel-Abendessen!